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Festungs ABC

Die Festungsbausprache ist vorwiegend französisch geprägt, weshalb nicht immer sofort verständlich ist, was sich hinter den Begriffen verbirgt. In der heutigen Zeit finden sie zudem kaum noch Gebrauch.

Mit unserem Festungs-ABC möchten wir Interessierten einen Blick hinter die Kulissen gewähren und wissenswerte Begriffe näher bringen.
Das ABC umfasst eine Auswahl an Begriffen zu Struktur, Bau und Einrichtung, die direkt in der Festung Franzensfeste anzutreffen sind.

Wöchentlich erscheinen neue Begriffe in unserer Rubrik Kreuz & Quer durchs Festungs-ABC.
Die kurzen Beschreibungen erklären auf einfache und verständliche Weise die Fachbegriffe und die Fotos zeigen, wo sie in der Festung anzutreffen sind.

 

 


A

 

 

Blockhaus außerhalb der Festung | © Uwe Ringleb

 

Bresche in der Festungsmauer durch einen Bombeneinschlag 1945 | © Uwe Ringleb

B

Blockhaus

Als Blockhaus wurde ein allein stehendes massives Gebäude bezeichnet, das außer- oder innerhalb einer Befestigung liegend, einen möglichen Zugangsweg blockieren sollte. Die Franzensfeste hat zwei solcher Blockhäuser. Eines außerhalb, an der so genannten Ladritscher Brücke, das den Zugang zur Festung sichern konnte und ein anderes innerhalb der Festung zur Absicherung, des damals einzigen Zuganges zum Kernwerk (Mittlere Festung).

 

 

 

Bresche

Die Bresche ist eine gewaltsam gerissene Lücke in der Außenmauer einer Festungsanlage.
Das Ziel war, durch diese Lücke die Festung stürmen zu können. Nachdem die Belagerungskanonen ihr Werk vollbracht hatten, mussten die ersten Soldaten dann „über die Klinge springen“, da die Bresche natürlich durch die Festungsbesatzung im Nahkampf mit Säbel und Bajonett verteidigt wurde. Der Franzensfeste blieb dies erspart. Das heißt nicht ganz: Gegen zwei Breschen der besonderen Art war sie allerdings machtlos. In den letzten Kriegswochen 1945 riss eine Fliegerbombe eine Lücke in die Mauer über der Kapelle und in den 1960er Jahren kamen statt Kanonen Bagger und Presslufthämmer. Die Staatstrasse wurde unter das Vorwerk C der Festung verlegt.

 

 


C

 

 

Diamantgraben | © Uwe Ringleb

 


D

Diamantgraben

Diamantgräben sind kleine Gräben vor der Festungsmauer, die ein unmittelbares Annäherungshindernis darstellen. Sie wurden vor tiefergelegenen Schießscharten einer Kaponniere beziehungsweiser vor den Festungsmauern angelegt. Damit sollte zum Beispiel ein Einwerfen von Handgranaten in die Scharten verhindert werden. In der Franzensfeste ist nur noch der Diamantgraben in der nördlich liegenden Kaponniere des Höhenwerks zu sehen.

 

Eindeckung der Kasematten | © Uwe Ringleb

 


E

Eindeckung

Die Eindeckung der Ziegelgewölbe in der Franzensfeste bestand aus einer Schotteraufschüttung auf der etwa 10 cm dicke Granitschieferplatten lagen. Diese Schieferplatten waren wiederum mit Erde überschüttet, auf der nochmal Ton-Schindeln als äußerste Schicht und Regenschutz angebracht wurden. Eingedrungenes Wasser sollte durch eine Dränage zwischen den Gewölbebögen und Wassernasen nach außen abgeführt werden. Im Laufe der Zeit wurden die Tonschindeln durch Zementschindeln ersetzt. Die neuen Dächer, mit einem Netz aus Bandstahl, stammen aus den 1970er Jahren.

 

 

 


F

 

 

 


G

 

Das Höhenwerk, auch Obere Festung genannt, der Franzensfeste | © Uwe Ringleb

 


H

Höhenwerk

Als Werk bezeichnet man im Festungsbau einzelne isolierte Befestigungsanalgen. Das Höhenwerk der Festung Franzensfeste (Obere Festung) ist ein selbständiges, höher gelegenes Nebenwerk, mit den gleichen Konstruktions- und Ausstattungsmerkmalen wie das Hauptwerk im Tal. Vom Höhenwerk aus war das Umfeld des Hauptwerks (Untere Festung) leichter und weiter zu überblicken.

 

 


I

 

 


J

 

Kaponniere der Oberen Festung | © Uwe Ringleb

 


K

Kaponniere

Eine Kaponniere ist ein massiv gemauerter Gang oder Raum, aus dem aus die Verteidiger durch die Scharten auf die Angreifer schießen konnten. In der Regel ragt die Kaponniere nach oben hin oder seitlich aus einer Festungsfront heraus. Dadurch lässt sich auch die Namensherkunft erklären, Kaponniere ist die französische Ableitung des italienischen Begriffes capone, was großer Kopf bedeutet. In der Franzensfeste sind sie nur im Höhenwerk der Festung vorhanden.

 

 


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Zisterne im Höhenwerk | Foto © Uwe Ringleb

Z

Zisterne

Für die zentrale Wasserversorgung in der Franzensfeste war eine Hauptzisterne im Höhenwerk der Festung (Obere Festung) zuständig. Die Zisterne wurde von mehreren Quellen gespeist und dürfte zwischen 1.000 und 1.500 m³ gefasst haben. Von der Hauptzisterne aus erfolgte eine Verteilung mittels Gusseisenrohre auf zwei Zisternen im Hauptwerk (Untere Festung).